Immer schnellere Computer brauchen immer mehr Strom, doch Energie soll nicht verschwendet werden. Durch Sparmaßnahmen an der richtigen Stelle kann die Stromaufnahme deutlich reduziert werden, ohne auf Komfort zu verzichten.
Kaufen Sie nicht den schnellstmöglichen Computer, wenn das nicht nötig ist. Für Texteverarbeitung, Internet und Multimedia Wiedergabe reichen 1,6 GHZ und 1GB Speicher völlig aus.
Ein Power-PC kann locker 200 Watt im Ruhezustand verbrauchen, während ein gewöhnlicher Office-PC nur 50 Watt verbraucht, und ein durchschnittliches Notebook verbraucht unter 25 Watt (inclusive Display). Leistungsstarke Computer sind nicht nur überproportional teuer, sondern verbrauchen auch überproportional viel Strom. Damit verbunden sind wiederum laute Lüfter und viel Abwärme.
Derzeit sind Multimedia Computer im Wohnzimmer ganz groß im Kommen. Falls Sie auch den Kauf eines solchen Gerätes erwägen, denken Sie über deren Stromverbrauch nach und die damit verbundenen Lüftergeräusche. Ein DVD Player kommt mit 20 Watt aus, Computer brauchen in der Regel deutlich mehr. Ein DVB Receiver braucht nur 8 Watt, während ein T-Home Receiver nebst DSL Modem und Router auf satte 60 Watt kommt.
Durch Einsatz einer abschaltbaren 6-Fach Steckdosenleiste sorgen Sie dafür, daß Ihre Zubehörgeräte (Drucker, Monitor, Lautsprecher, Modem, DSL Router) nur dann Strom verbrauchen, wenn auch Ihr Computer eingeschaltet ist. Zwar haut die geringe standby Stromaufnahme eines einzelnen Gerätes niemanden vom Sockel, aber alle Geräte zusammen ergeben schon einen deutlichen Anteil an der Stromrechnung.
Alternativ gibt es Master-Slave Steckdosenleisten, bei denen nur eine Dose Dauerstrom hat (die für den PC), die anderen schalten automatisch ein/aus.
Sorgen Sie dafür, daß Ihr Computer beim Hochfahren nur die Programme startet, die sie wirklich brauchen. Dadurch startet der Computer schneller und verbraucht weniger Strom, was vor allem bei Batteriebetrieb auffällt.
Virenscanner verbrauchen übrigens richtig viel Strom. Wer mit Windows ins Internet geht, sollte allerdings dennoch bitte nicht auf Virenscanner verzichten. Linux, Solaris und Mac Benutzern rate ich, Virenscanner gar nicht oder nur gelegentlich manuell zu starten, denn diese Betriebssysteme sind von Computerviren praktisch nicht betroffen.
Bildschirmschoner schonen den Bildschirm nicht! Das war früher mal so. Auf alten Röhren-Bildschirmen führte ein Standbild zu einseitigem Verschleiß der Farben.
Heute werden Bildschirmschoner viel mehr wegen ihrer dekorativen Wirkung eingesetzt, und verbrauchen wegen ihrer aufwendigen Grafik (teilweise gar in 3D) teilweise mehr Strom, als ein DVD Abspielprogramm!
Man kann die Laufleistung der Batterie erheblich erhöhen, indem man das Display dunkler stellt.
Die meisten LCD Displays haben Leuchtstoffröhren, welche durch allzu häufiges ein/aus schalten frühzeitig verschleißen. Darum ist bei diesen Geräten das herunterdimmen besser, als sie ganz aus zu schalten. Modernere Displays mit LED Beleuchtung vertragen jedoch beliebig viele Schaltvorgänge.
Bauen Sie auch externes Zubehör (insbesondere USB Geräte und Cardbus Karten) ab, wenn Sie nicht benutzt werden. Dank Plug&Play können Sie diese Geräte bei Bedarf jederzeit im laufenden Betrieb wieder anschließen.
Die meisten Festplatten können sich bei Inaktivität abschalten, was bei Intensiver Nutzung aber deren Lebensdauer drastisch reduziert. Lassen Sie die Festplatte besser ständig laufen. Notebook Festplatten und durchschnittliche PC Festplatten verbrauchen ohnehin nicht viel Strom.
Alte Festplatten sind meisten erheblich langsamer, als aktuelle. Wenn Sie durch Einsatz einer schnelleren Festplatte die Nutzungsdauer Ihre Computers reduzieren, sparen Sie nicht nur Nerven, sondern auch Strom. Ich konnte ein altes Notebook allein durch Austausch der Festplatte fast doppelt so schnell machen.
Ich habe bisher kein einziges Notebook gesehen, daß sich unter Linux fehlerfrei suspendieren lässt. Auch unter Windows funktioniert dies bei jedem zweiten Gerät nicht korrekt. Wenn es bei Ihnen funktioniert, dann ist das schön. Wenn nicht, vergeuden Sie nicht Ihre Zeit mit der Fehlersuche - die Problemursache liegt meist in der Hardware. Aktuelle Computer fahren so schnell hoch und runter, daß diese Funktion ohnehin von zweifelhaftem Nutzen ist.
Alle Betriebssysteme (ganz voran Linux) bieten eine verwirrende Anzahl von Programmpaketen zum Energiesparen an. Anhand zahlreicher Computer habe ich festgestellt, daß all diese Programme unnötig sind, zum Teil sogar kontraproduktiv.
Die Betriebssystem-Kerne von Linux und Windows enthalten alles, was man für ein vernünftiges Power-Management benötigt. Man braucht dafür keine Programme zu installieren, nichtmal den ACPI Dämon (unter Linux).
Windows indiziert NTFS Dateisysteme, um die Suche nach Dateien zu beschleunigen. Auf die Performance der Anwendungsprogramme hat dies aber keinen EInfluss. Zum Deaktivieren klicken Sie im Explorer das Laufwerk mit der rechten Maustate an, und gehen dann auf Einstellungen. Dort deaktivieren Sie die Indizierung.
Auch Linux Systeme indizieren die Festplatte ab und zu, was man durch Deinstallieren des Programmpaketes "locate" oder "mlocate" abstellen kann.
Die Stromaufnahme des Prozessors hängt hauptsächlich von seiner Taktfrequenz ab. Zusammen mit der Taktfrequenz ändert sich auch dessen Versorgungsspannung. Am meisten Energie wird gespart, wenn die Taktfrequenz nach Bedarf verändert wird. Das kann der Kernel bereits selbst tun, und die meisten Linux Distributionen nutzen diese Funktion ganz automatisch.
Falls dies bei Ihnen nicht der Fall ist, tragen Sie folgende Zeilen in /etc/rc.local ein:
modprobe powernow-k8 (AMD) modprobe acpi_cpufreq (Intel) modprobe cpufreq_ondemand echo ondemand > \ /sys/devices/system/cpu/cpu0/cpufreq/scaling_governor
Das dynamische Steuern der CPU Leistung reduziert die Stromaufnahme eines Notebooks ganz erheblich. Ständiger Betrieb mit maximaler Taktfrequenz führt zu hoher Temperatur und sehr kurzer Akku-Laufzeit (etwa 30-60 Minuten).
Warum es sinnlos ist, die CPU dauerhaft auf niedrigste Taktfrequenz einzustellen:
Stellen Sie sich vor, das konvertieren eines Spielfilms dauert bei maximaler Taktfrequenz 2 Stunden. Durch zwanghaftes Herabsetzen der Taktfrequenz dauert es nun 4 Stunden. Ihr Prozessor hat zwar viel Energie gespart, aber der Rest Ihres Computers war doppelt so lange aktiv und hat entsprechend auch doppelt soviel Strom verbraucht. Unterm Strich haben Sie nur Zeit vergeudet, und warscheinlich sogar mehr Energie verbaucht, als ganz ohne Powermanagement.